Kein eigener Ort

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Ina, österreichische Studentin, arbeitet an einem Institut in Budapest, an dem sie als Lehrerin unterschiedlich motivierten Studenten Deutsch beizubringen versucht. Erst in immer neuen Rückblenden wird die Geschichte dieses Auslandspraktikums klar: Die etwa 24-Jährige hatte sich in Wien in Tamas verliebt, der in Budapest studiert und alle zwei Wochen in einem Wiener Lokal arbeitet. Als sie merkt, wie wichtig Tamas für sie geworden ist, bewirbt sie sich um eine Praktikantinnenstelle in der Stadt der vielen Brücken. Dass Tamas darüber nicht unbedingt erfreut sein wird, ist ihr vorerst nicht bewusst.

Hier kristallisiert sich die zentrale Frage dieses Kurzromans: Was kann passieren, wenn eine bis dahin schlecht und recht funktionierende Fernbeziehung bzw. Fernaffäre plötzlich keine Fernbeziehung mehr ist?

„Susanne Gregor gelingt es, den Leser sowohl erleichtert als auch enttäuschungsfrei zurückzulassen. Ihr Roman hat die Ausdrucksintensität, Bildhaftigkeit und Direktheit der bedingungslosen Ich-Perspektive, ohne dabei peinlich oder aufdringlich zu werden und ohne diese weibliche Katastrophe als eine Krankheit zu diskriminieren oder zu verharmlosen. Die erzählerische Souveränität der Autorin ist für ein Debüt erstaunlich.“ FALTER